Ausgaben für Kraftfahrzeuge - PKW - Kombi

Betriebsvermögen oder Privatvermögen

Die Kosten für ein Auto können, falls es betrieblich genutzt wird, steuerlich geltend gemacht werden. Vorab ist zu klären ob das Auto überhaupt zum Betriebsvermögen gehört. Wenn die betrieblich gefahrenen Kilometer unter 50% der jährlichen Gesamtkilometerleistung liegen gehört das Auto zwingend zum Privatvermögen. Für die betrieblich gefahrenen Kilometer kann dann das amtliche Kilometergeld (derzeit € 0,42/Kilometer) angesetzt werden.

Wenn die betrieblich gefahrenen Kilometer mehr als 50% ausmachen gehört das Auto zwingend zum Betriebsvermögen. Für die privat gefahrenen Kilometer ist dann ein Privatanteil von den tatsächlichen Kosten abzuziehen.

Kilometer betrieblich privat gesamt KFZ
         
  20.000 10.000 30.000  
  66,67% 33,33%   Betriebsvermögen
tatsächliche Kosten
         
  7.500 12.000 19.500  
  38,46% 61,54%   Privatvermögen
Kilometergeld

Luxustangente

Ist der PKW dem Betriebsvermögen zuzuordnen können in der Steuererklärung die tatsächlien Kosten angesetzt werden. Aber leider nur bis zu einer bestimmten Höhe! Die Anschaffungskosten werden steuerlich nur bis € 40.000,00 inklusive Sonderausstattung, Umsatzsteuer und Normverbrauchsabgabe, akzeptiert. Der übersteigende Betrag ist als songenannte Luxustangente auszuscheiden. Die prozentuelle Höhe der Luxustangente hat auch Auswirkungen auf die anerkannte Höhe der Betriebskosten.

Treibstoffkosten sind im Normalfall in voller Höhe abzugsfähig, wenn der Treibstoffverbrauch nicht überpropartional hoch ist.

Zu kürzen sind folgende Kosten:

  • Abschreibung
  • Finanzierungszinsen
  • Kosten einer Kaskoversicherung
  • Haftpflichtversicherungsprämie einschließlich motorbezogene Versicherungssteuer

Die Kürzung erfolg mit dem Prozentsatz, um den die Anschaffungskosten die Angemessenheitsgrenze von € 40.000,00 übersteigen

Werden Autos gebraucht gekauft und sind diese nicht älter als 5 Jahre ist die prozentuelle Luxustangente vom ursprünglichen Neupreis zu berechnen. Bei Fahrzeugen, die älter als 5 Jahre sind ist der tatsächl gezahlte Anschaffungspreis maßgeblich. (Nebenbei erwähnt: Fährt mit diesem in die Jahre gekommenen Auto ein Mitarbeiter oder Geschäftsführer ist trotzdem der Sachbezug von den ursprünglichen Anschaffungskosten zu rechnen.)

  Neupreis Angemessenheitsgrenze Luxustangente in %
         
Neuwagen 70.000,00 40.000,00 -30.000,00 -42,86%
         
Aufwand tatsächlich steuerlich anerkannt    
         
Treibstoff 10.000,00 10.000,00    
         
Abschreibung (8 Jahre) 8.750,00 5.000,00    
Kaskoversicherung 2.400,00 1.371,43    
Haftpflichtversicherung 1.800,00 1.028,57    
Zinsen für Finanzierung 1.000,00 571,43    

Abschreibung

Die Nutzungsdauer von PKW oder Kombi ist zwingend 8 Jahre. Natürlich können Sie Ihr Auto früher verkaufen, aber die Abschreibung ist auf einen Zeitraum von 8 Jahren zu verteilen. Im Jahr des Verkaufes wird der Buchwert dem Verkaufspreis gegenübergestellt und so wieder der tatsächliche Wertverlust ermittelt. Bei Ermittlung der Abschreibungsbasis ist die Luxustangente abzuziehen. Dies gilt auch für gebrauchte Autos, die nicht älter als 5 Jahre sind.

Ein drei Jahre altes Auto mit vielen Kilometern am Buckel wird im Jahr 2019 gebraucht um 25.000 Euro gekauft. Der ursprüngliche Neupreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung im Jahr 2016 betrug € 60.000. Die Basis für die Abschreibung beträgt somit 66% der tatsächlichen Anschaffungskosten - € 16.500,00. 

Auch von den oben erwähnten Betriebskosten sind 33% für steuerliche Zwecke herauszurechnen.

Kasten- und Pritschenwagen - Kleinautobusse

Für soganannte vorsteuerabzugsberechtigte KFZ gilt die Luxustangente nicht. Auch die zwingende 8-jährige Abschreibungsdauer kommt nicht zur Anwendung.

Eine Liste dieser Autos finden sie unter: Liste der vorsteuer­abzugsberechtigten Kleinlastkraftwagen, Kastenwagen, Pritschenwagen und Kleinbusse (Klein-Autobusse) herausgegeben vom BMF.