Wann ist eine Schenkung dem Finanzamt zu melden ?

Seit dem 1. August 2008 ist keine Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer mehr zu zahlen. Werden Grundstücke (Haus, Eigentumswohnung) vererbt oder geschenkt ist jedoch weiterhin die Grunderwerbsteuer zu entrichten.

Meldepflicht der Schenkung (Schenkungsmeldegesetz)

Eine Schenkung ist dem Finanzamt (Wohnsitzfinanzamt) zu melden – § 121a Bundesabgabenordnung (BAO) und zwar nur wenn

  • Bargeld
  • Kapitalforderungen (z.B. Sparbücher, Anleihen, Darlehensforderungen)
  • Anteile an Kapitalgesellschaften (AG, GmbH) und an Personengesellschaften (OG, KG)
  • Beteiligungen als stille Gesellschafterin/stiller Gesellschafter
  • Betriebe oder Teilbetriebe zur Erzielung von Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, selbständiger Arbeit oder Gewerbebetrieb
  • Bewegliches körperliches Vermögen (z.B. Auto, Motor- und Segelboote, Schmuck, Edelsteine etc.) und immaterielle Vermögensgegenstände (z.B. Urheberrechte, Konzessionen, Fruchtgenussrechte, Wohnrechte, Warengutscheine)

geschenkt werden.

Meldepflichtig sind der Geschenkgeber, der Beschenkte und mitwirkende Notare bzw. Rechtsanwälte. Es ist ausreichend wenn die Schenkungsmeldung von einem der Beteiligten abgegeben wird.

Keine Anzeigepflicht besteht für Schenkungen von Grundstücken.

Wurde das geschenkte Vermögen vor dem 1. August 2008 übergeben, fällt Schenkungssteuer an.

Wann muss ich keine Schenkungsmeldung abgeben ?

– Angehörige

Befreit sind Schenkungen zwischen Angehörigen bis zu einem Wert von € 50.000,00 innerhalb eines Jahres.

Unter Angehörige fallen Eltern, Ehegatten und Kinder, Großoßeltern, Urgroßeltern, Enkel, Urenkel, Onkel, Tanten, Neffen, Nichten, Cousins, Cousinen, Stiefkinder, Stiefgroßeltern, Stiefonkel, Stieftanten, Schwiegereltern, Schwiegerkinder, Verschwägerte, Lebensgefährten (auch gleichgeschlechtliche) sowie deren Kinder.

– andere Personen

Beschenken Sie andere Personen (Freunde) sind Sie von der Anzeigepflicht befreit wenn der Wert der Schenkung(en) innerhalb von fünf Jahren (seit dem letzten Erwerb) € 15.000,00 nicht übersteigt.

Bis wann ist die Schenkungsmeldung abzugeben ?

Die Anzeige ist innerhalb von 3 Monaten ab Schenkung zu übermitteln. Wird die Anzeigepflicht durch Zusammenrechnung mehrerer Erwerbe ausgelöst (z.B. Überschreiten der € 15.000 bzw. € 50.000 – Grenze innerhalb von fünf bzw. einem Jahr), ist der Erwerb für die Anzeigefrist maßgeblich, mit dem die Betragsgrenze erstmals überschritten wird.

Anzeige gemäß § 121a Bundesabgabenordnung (BAO) – Schenkungsmeldegesetz 2008

 

Ich habe die Schenkungsmeldung nicht gemacht !

Nach § 49a Finanzstrafgesetz wird bei vorsätzlicher Nichtanzeige einer Schenkung eine Geldstrafe im Ausmaß von bis zu 10 Prozent des gemeinen Werts des geschenkten Vermögens vorgeschrieben. Dies trifft alle zur Meldung der Schenkung verpflichteten Personen. Also den Geschenkgeber, den Geschenknehmer und auch mitwirkende (z.B. bei Vertragserrichtung) Rechtsanwälte oder Notare. Es ist ausreichend wenn nur eine dieser Personen die Schenkungsmeldung rechtzeitig abgibt, um damit für sich und alle anderen Anzeigepflichtigen die Verpflichtung zu erfüllen.

Eine Selbstanzeige ist nur innerhalb eines Jahres ab dem Ablauf der gesetzlichen Meldefrist von drei Monaten mit strafbefreiender Wirkung möglich. In der Selbstanzeige ist die unterlassene Meldung nachzuholen.

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