Kraftfahrzeugkosten

Bei Kraftfahrzeugen ist zu unterscheiden ob die betriebliche oder private Nutzung überwiegt.

betriebliche Nutzung

Wenn mehr als 50% der gefahrenen Kilomter betrieblich sind, gehört das Fahrzeug zum Betriebsvermögen. Die Anschaffungskosten von Personenkraftfahrzeugen (PKW, Kombi) sind im Ausmaß der betrieblichen Nutzung auf eine Nutzungsdauer von 8 Jahren zu verteilen (AfA 12%). Bei Gebrauchtfahrzeugen wird die bisherige Nutzungsdauer von den 8 Jahren abgezogen.

Bei Fahrschulkraftfahrzeugen,  Fahrzeugen die mindestens zu 80% der gewerblichen Personenbeförderung dienen (Taxi, Hotelwagen), LKW und Kleinbussen (Minivan) gilt weder die Mindestnutzungsdauer noch der Aktivposten für das Leasing. Bei Lastkraftwagen beträgt die Nutzungsdauer erfahrungsgemäß zwischen 5 und 8 Jahren.

Die laufenden Aufwendungen wie Treibstoff, Service etc. sind im Zeitpunkt der Zahlung (EA-Rechnung) im aliquoten Ausmaß der betrieblichen Nutzung als Betriebsausgaben zu erfassen.

Da das Verhältnis von betrieblicher und privater Nutzung erst im Nachhinein feststeht, können die gesamten Ausgaben unterjährig erfasst werden und beim Jahresabschluss wird ein entsprechender Privatanteil als Einnahme verbucht. Falls das Fahrzeug zum Vorsteuerabzug berechtigt (z.B. LKW oder Minivan) sollte monatlich ein geschätzer Privatanteil verbucht werden um den Vorsteuerabzug zu korrigieren.

Luxustangente

Als Anschaffungskosten wird steuerlich nur ein Betrag von maximal € 40.000,00 anerkannt (Angemessenheitsprüfung). Liegen die Anschaffungskosten darüber, wird die AfA vom übersteigenden Teil als songenannte Luxustangente bei der Steuererklärung ausgeschieden.

Bei den wertunabhängigen Kosten müssen keine Kürzungen vorgenommen werden. (siehe auch VwGH 18. 12. 2008, 2006/15/0169)

Ein Fahrzeug verliert seine Luxustangente nicht dadurch, dass es gebraucht angeschafft
wird. Bei Fahrzeugen, die in gebrauchtem Zustand angeschafft wurden, hat die Kürzung der Aufwendungen (Anschaffungskosten) auf Grund der Verhältnisse zum Zeitpunkt der Erstzulassung dieses Fahrzeuges zu erfolgen. Bei Fahrzeugen, die mehr als fünf Jahre (60 Monate) nach ihrer Erstzulassung angeschafft werden, sind die tatsächlichen Anschaffungskosten des Gebrauchtfahrzeuges maßgeblich.

private Nutzung

Überwiegt die private Nutzung (die betrieblich gefahrenen Kilometer sind unter 50%) so gehört das Fahrzeug zum privatvermögen. Es können entweder die aliquoten tatsächlichen Kosten als Betriebsausgabe angesetzt werden, oder das pauschale Kilomtergeld geltend gemacht werden. Wird das Kilometergeld abgesetzt, sind damit sämtliche Aufwendungen (auch Parkgebühren und Mauten) abgegolten.

Bei betrieblichen Fahrten von mehr als 30.000 km im Kalenderjahr stehen – sofern nicht ohnedies die betriebliche Nutzung überwiegt und das Fahrzeug dem Betriebsvermögen zuzurechnen ist – als Betriebsausgaben entweder das amtliche Kilometergeld für 30.000 km oder die tatsächlich nachgewiesenen Kosten für die gesamten betrieblichen Fahrten zu.

Fahrtenbuch

Die betriebliche Nutzung des Fahrzeuges  ist grundsätzlich mittels Fahrtenbuch nachzuweisen. Aus dem laufend geführten Fahrtenbuch müssen der Tag (Datum) der betrieblichen Fahrt, Ort, Zeit und Kilometerstand jeweils am Beginn und am Ende der betrieblichen Fahrt, Zweck jeder einzelnen betrieblichen Fahrt und die Anzahl der gefahrenen Kilometer, aufgegliedert in betrieblich und privat gefahrene Kilometer, ersichtlich sein.

Werden keine Aufzeichnungen über die betrieblichen Kfz-Kosten, bzw. betriebliche und private Fahrten, geführt, sind diese der Höhe nach zu schätzen. Eine ausschließlich (100%) betriebliche Nutzung ist ohne genauen Nachweis durch ein Fahrtenbuch nicht glaubhaft zu machen.

Leasing

Die achtjährige Nutzungsdauer kann auch durch Leasing nicht umgangen werden. Es ist nur die Zinskomponente der Leasingrate voll absetzbar. Die in der Leasingrate enthaltene Kaufpreistilgung darf als Betriebsausgabe die AfA von 12,5% vom Kaufpreis nicht übersteigen. Wird mehr bezahlt, so ist die Differenz  zu aktivieren (Aktivposten). Erst bei Rückgabe des Leasingautos ist dieser Aktivposten voll absetzbar. Wird das Leasingauto gekauft und weitergenutzt so ist der Aktivposten auf die Restnutzungsdauer zu verteilen.

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