Abschreibung von Gebäuden

Ab 1.1.2016:

betrieblicher Bereich:

Im betrieblichen Bereich kommt ein einheitlicher AfA-Satz von 2,5% zur Anwendung.

Das heißt im Abschlussjahr 2016 muss ein bisher angewendeter Abschreibungssatz von 3% angepasst werden.

Wenn Sie bisher Ihr Gebäude mit 2% abgeschrieben haben können Sie den AfA-Satz erhöhen oder weiterhin bei 2% belassen. Weniger ist immer möglich.

Wird ein Gebäude im betrieblichen Bereich zu Wohnzwecken vermietet beträgt der AfA-Satz 1,5% (gleich wie bei Vermietung und Verpachtung) (§8 Abs. 1 EStG)

Die Aufteilung der Anschaffungskosten in Grundanteil und Gebäudeanteil hat nach den Verkehrswerten zu erfolgen. Die gesetzliche Aufteilung des § 16 EStG und die Grundanteilsverordnung gilt nur im außerbetrieblichen Bereich (Vermietung und Verpachtung).

 

Vermietung und Verpachtung (außerbetrieblicher Bereich):

Der AfA-Satz im Bereich Vermietung und Verpachtung bleibt mit 1,5% unverändert (2% bei Gebäuden, die vor 1915 errichtet wurden).

Neu ist jedoch die gesetzliche Fiktion, dass der Grundanteil nun 40% der Anschaffungskosten, vor allem bei Eigentumswohnungen, ausmacht. Bisher wurden von der Finanz 20% Grundanteil akzeptiert. Ein anderes Aufteilungsverhältnis kann jedoch durch ein Sachverständigengutachten nachgewiesen werden (§16 Abs. 1 Z 8 lit. d EStG). Das Gutachten unterliegt der freien Beweiswürdigung durch die Finanz, kann also angezweifelt werden.

Für Gebäude in bestimmten Regionen sieht die Grundanteilsverordnung 2016 ein anderes Aufteilungsverhältnis von Grund und Boden vor:

Die Grundanteilverordnung 2016

Die Grundanteilverordung 2016  tritt mit 1. Jänner 2016 in Kraft und ist erstmalig für das Jahr 2016 anzuwenden.

Als Anteil des Grund und Bodens sind nun auszuscheiden:

  • 20 % in Gemeinden mit weniger als 100.000 Einwohnern, wenn Baulandpreis weniger als 400 € beträgt;
  • in Gemeinden mit mindestens 100.000 Einwohnern und in Gemeinden, in denen der Baulandpreis mindestens 400 € beträgt:
    • 30 %, wenn das Gebäude mehr als 10 Wohn- oder Geschäftseinheiten umfasst,
    • 40 %, wenn das Gebäude bis zu 10 Wohn- oder Geschäftseinheiten umfasst.

 


 

Bis einschließlich 2015:

Ein AfA-Satz von 3% wird  angewendet

  • soweit das Gebäude unmittelbar der Betriebsausübung eines Land- und Forstwirtes oder eines Gewerbetreibenden dient
  • soweit ein Gebäude zu mindestens 80% dem Kundenverkehr dient

Die Verringerung des AfA-Satzes gilt nicht nur für ab dem Veranlagungszeitraum 2001 angeschaffte oder hergestellte Gebäude, sondern auch für vor dem Veranlagungszeitraum 2001 bereits im Betrieb vorhandene Gebäude, für die ein AfA-Satz von 4% zur Anwendung gekommen ist. Wird ein Gebäude gewerblich vermietet, so bestimmt sich der AfA-Satz nach dem Nutzungseinsatz beim Mieter.

Ein AfA-Satz von 2,5% wird angewendet

  • bei Gebäuden, soweit diese unmittelbar dem Betrieb des Bank- und Versicherungswesens dienen
  • bei Gebäuden, soweit diese unmittelbar dem Betrieb ähnlicher Dienstleistungen, wie zB der Kreditvermittlung, der Versicherungsvermittlung sowie der Verrsicherungsberatung dienen

Ein AfA-Satz von 2% wird angewendet

  • bei Gebäuden, die unmittelbar oder mittelbar der Betriebsausübung außerhalb einer land- und forstwirtschaftlichen oder einer gewerblichen Tätigkeit (zB einer freiberuflichen Tätigkeit, sonstige selbstständigen Arbeit oder Vermögensverwaltung) dienen
  • bei Gebäuden, die nur mittelbar der Betriebsausübung eines Land- und Forstwirtes oder eines Gewerbetreibenden dienen
  • bei Gebäuden von Banken, Versicherungsunternehmen sowie ähnlicher Dienstleistungen, wenn das Gebäude zur Gänze mittelbar betrieblichen Zwecken dient
  • bei Gebäuden, die der Mieter (Leasingnehmer) für private (Wohn-)Zwecke oder zur außerbetrieblichen Einkünfteerzielung nutzt (bei gewerblicher Vermietung)

Kommt es bei einem Gebäude nachträglich zu aktivierungspflichtigen Aufwendungen, so erhöhen diese Aufwendungen den Restbuchwert. Dieser erhöhte Restbuchwert ist sodann auf die sich aus dem jeweiligen AfA-Satz ergebende Restnutzungsdauer abzuschreiben.

Abschreibung bei (nicht gewerblicher) Vermietung (Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung)

Bei Gebäuden beträgt der AfA-Satz grundsätzlich bis zu 1,5% (1,5% entsprechen einer Nutzungsdauer von rund 67 Jahren). Nicht maßgeblich ist hier die Nutzungsart durch den Mieter. Der AfA-Satz beträgt daher auch dann bis zu 1,5%, wenn der Mieter das Mietobjekt zu gewerblichen Zwecken nützt. Eine kürzere Nutzungsdauer ist grundsätzlich durch ein Gutachten nachzuweisen. Wenn das Gebäude vor 1915 erbaut wurde kann ein  AfA-Satz von 2% geltend gemacht werden.

Werbung

Dieses Portal verwendet Cookies um Sie bei der Nutzung zu unterstützen. Durch die Nutzung dieses Portals akzeptieren Sie das Setzen von Cookies.